Berliner Mauer vor dem Mauerfall

Blick über Berliner Mauer und Todesstreifen vor dem Mauerfall

Die Berliner Mauer vor dem Mauerfall war während ihres Bestehens auch immer eine „Attraktion“ für die Besucher Berlins. Da konnte man auf eigens zu diesem Zweck gezimmerten Aussichts-Plattformen über den westlichen Teil der Mauer hinweg auf den Todesstreifen sehen und diese absurde Konstruktion „begutachten“. Neben ihrer Funktion als Touristenattraktion fand die Mauer im „freien Teil“ von Berlin wenig anderweitige Verwertung.  Abgesehen davon vielleicht, dass sie von den Regierenden Westberlins und der restlichen westlichen Welt gegenüber fremdländischen Staatsbesuchern gerne als Demonstrationsobjekt für Unmenschlichkeit vorgeführt wurde. In den

Neunzehnhundertachtzigern fand dieses absurde Bauwerk auf der westlichen Seite vermehrt einen neuen Verwendungszweck, der es dann unter dem Schlagwort „Berliner Mauer – die größte Leinwand der Welt bekannt werden ließ.

 

Künstler verschönern Teile der Berliner Mauer

Vor dem Mauerfall malten viele bekannte und weniger bekannte Künstler was das Zeug hielt, auf einem sehr langen Stück die Mauer voll. Der Hauptabschnitt der Bemalung lag zwischen Wedding und Kreuzberg. Zwar wollten viele Künstler auf diese Art gegen das Bauwerk demonstrieren. „Diese „Art“ stieß aber nicht bei allen Berlinern auf Anerkennung. Viele glaubten, dass auf diese Weise der Schreckenscharakter der Mauer verharmlost würde. Vielleicht war das ja so, aber meiner Meinung nach machte diese Art des Umgangs mit der Berliner Mauer ihren Schreckenscharakter und ihre Erbauer lächerlich. Und Lächerlichkeit ist etwas, das ein „rechter Geselle“ nun wirklich nicht ertragen kann. Denn eines mussten die Künstler bedenken: Die Mauer stand vor dem Mauerfall nur in den seltensten Fällen direkt am Grenzverlauf. Der Berliner Mauer war in der Regel immer ein ca. 4 m breiter Streifen „Niemandsland“ vorgelagert, der noch zu Ostberlin gehörte. Deshalb kam es einige Male vor, dass den Künstlern von Seiten der Grenztruppen der DDR aufgelauert wurde und sie dann in Ostberlin inhaftiert wurden. Vom Westen konnte nicht eingeschritten werden, da sich das Ganze ja auf Ostberliner Gebiet abspielte.

Schablonenmalerei auf der Berliner Mauer

Schablonenmalerei auf der Berliner Mauer

 

Arrangements mit der Mauer in Berlin

Vor dem Mauerfall war ich des Öfteren mit der Berliner Bauer konfrontiert. Dies kam vor, wenn ich z. B. bewusst meine sportlichen Aktivitäten in Form einer Fahrradtour dorthin verlegte. Natürlich musste man bei Besuchen aus Freundes- und Familienkreis immer mal wieder eine Mauertour einlegen. Dabei entstand das eine oder andere Foto, das hier in einem Beitrag oder der Galerie zu finden ist. Irgendwie muss man ja die Vergangenheit aufarbeiten. In der Foto-Galerie über meine Fahrrad-Tour entlang der Mauer finden sich aber noch einige Abbildungen interessanter Kunstwerke.

Natürlich haben vor dem Mauerfall viele Menschen in Berlin schlimme Erfahrung im Zusammenhang mit „Mauer und Stacheldraht“ gemacht. Viele Familien waren über Jahrzehnte getrennt, und Menschen sind beim Versuch umgekommen, die Mauer zu überwinden.

Aber für mich und viele Andere war sie lange Zeit nur schicksalhaft unveränderbar und deswegen abstrus und aberwitzig. Vielleicht muss man die Mauer in einem historischen Kontext sehen, der auch den Charakter des „antifaschistischen Schutzwalls“ erklärt.

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