Berliner Mauer – die größte Leinwand der Welt

Die Berliner Mauer war wohl einmal die größte Leinwand der Welt, und es lag bestimmt nicht in der Absicht der Erbauer und Initiatoren des Bauwerks, dieses als Leinwand für kreative Menschen bereitzustellen. Doch die Berliner Mauerbilder haben den „Antifaschistischen Schutzwall“, wie die Mauer zu Propagandazwecken von den DDR-Mächtigen genannt wurde, weltweit auch als Kunstobjekt berühmt gemacht.

Viel ist über die Symbolhaftigkeit der Berliner Mauer, ihren Schrecken und ihren Zwang geschrieben worden, und ich möchte an dieser Stelle auf einige Webseiten verweisen, (evtl. siehe Links) die diese dunkle Seite der Mauer behandeln und zu würdigen wissen. Wer sich für die schreckliche, makabere und aberwitzig-irrationale Seite der Mauer interessiert, findet auf der Seite berliner-mauer-gedenkstaette.de oder Berliner-Mauer weitergehende Information.

Kunstwerke auf der Mauer

Meine Intention jedoch ist es nicht, noch eine weitere unnötige Betrachtung zu diesem doch ganz wichtigen Thema hinzuzufügen. Vielmehr möchte ich mich auf die Aspekte der Berliner Mauer konzentrieren, die ich zu ganz bestimmten Zeiten an diesem einmaligen Berliner Bauwerk interessant fand. Und das waren die gemalten und gesprayten Geschichten und Kunstwerke, die sich in Form der Berliner Mauerbilder darauf wiederfanden. Von Zeit zu Zeit habe ich mich auf den Weg gemacht und habe Teile dieser Kunstwerke abgelichtet, zu jener Zeit natürlich nicht ahnend, dass es bald nicht mehr da sein würde. Denn die Mauerbilder werden kaum ein warmes Plätzchen in einem Museum wie der Berlinischen Galerie in Kreuzberg finden.

 

 

Mir klingen noch die Worte ihm Ohr „Die Mauer steht in 99 Jahren noch“, und ich kenne niemanden, der dies nicht für recht wahrscheinlich hielt. Zumindest in den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts schien diese Androhung der Mächtigen auf der „ungeschminkten“ Seite der Berliner Mauer sehr glaubwürdig. Aber wenn ich dies jetzt so schreibe, es ist doch schon wieder „verdammt lang her“.

Meine restaurierte Vergangenheit

Aber eigentlich wollte ich ja etwas zu meinen Dias und SW-Fotos der Berliner Mauerbilder sagen. Die Zeit vergeht, wie gesagt, nun ist es schon wieder über 20 Jahre her, dass die Mauer begann, aus dem Stadtbild und aus unserem Bewusstsein zu verschwinden. Und wie es so ist, man zieht von hier nach da und schleppt die Erinnerungen mit, tief vergraben in den Umzugskartons von Zapf, Haberling oder wem auch immer.

Früher oder später gräbt man in seiner Vergangenheit, wenn auch nur in der fotografischen. Sie erinnert mich, und ich finde neben den geweckten Erinnerungen auch kleine Schätzchen. Sie sind irgendwo im Verborgenen vergammelt, was ich zu meinem Entsetzen auch bei meinen Fotos der Berliner Mauer feststellen musste.

 

 

 

 

Viele Negative bzw. Positive sind schon recht stark in Mitleidenschaft gezogen worden, und ich ärgere mich noch im Nachhinein, dass ich nicht besseres Material für die Aufnahmen der Mauer verwendet habe oder sorgfältiger damit umgegangen bin.

Aber ich finde die Farben, die Muster, die Mauerbilder heute noch genau so interessant wie damals. Trotz der qualitativen Beeinträchtigungen denke ich, dass die Mauerfotos im großen Speicher Internet für‘s Erste doch recht gut aufgehoben sind.