Besuch im Hanfmuseum Berlin

Ein kleines, aber feines Museum für Cannabisfreunde und –interessierte ist das Hanfmuseum Berlin. Von den Eigenschaften der Pflanze über deren vielfältige Nutzung bis hin zu kulturellen und rechtlichen Aspekten von Hanf sieht und liest der Besucher viel Wissenswertes. Lesen Sie hier auf ZOOM-Berlin.de einen Bericht über einen Besuch im Hanf Museum Berlin!
Im Hanfmuseum Berlin gibt es Informationen zum Anbau und zur Nutzung von Hanf, zu Arzneimitteln aus Cannabis und zu kulturellen und rechtlichen Aspekten. – © ZOOM-Berlin.de

Das Hanfmuseum Berlin zählt zu jenen Berliner Sehenswürdigkeiten, die eher abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegen. Der Hanffreund sollte dem Hanf Museum aber dennoch einen Besuch abstatten, denn es gibt viel Informatives zu lesen und zu sehen. Selbst der eine oder andere Hanfkenner wird noch etwas Neues erfahren. Lebende Hanfpflanzen sind ebenso zu bestaunen wie künstliche, und in der Ecke eines Raumes ist eine Shisha-Sitzgruppe auf Teppichen eingerichtet. Sie eignet sich als Fotomotiv für ein besonderes Berlin-Foto, auch wenn die Wasserpfeife nur der Dekoration dient.

Über Hanf als Nutzpflanze informiert das Hanfmuseum Berlin

Im Hanf Museum Berlin erfährt der Besucher Wissenswertes über die Nutzung der Pflanze in der ganzen Welt. Bestimmte Cannabis-Sorten, die nur wenig des berauschenden THC enthalten, wurden und werden zur Faserproduktion angebaut, um Kleidung wie Jeans oder T-Shirts aus Hanf herzustellen. Das Hanfmuseum Berlin veranschaulicht die Hanfproduktion und Nutzung durch Ausstellungsstücke wie Geräte, Stoffstücke aus Hanffasern oder getrocknete Hanfgarben. Die Exponate werden durch Fotos und schriftliche Erläuterungen ergänzt.
Die Nutzung von Hanf als Nahrungsmittel wird ebenfalls thematisiert im Hanfmuseum Berlin. Von Cannabis Öl über Hanfnudeln bis Hanfschokolade gibt es alle denkbaren Nahrungsmittel mit oder aus Hanf. Wussten Sie, dass Hanfsamen 25 % Eiweiß enthalten, fast so viel wie Sojabohnen? Da lohnt es sich direkt, eine Tüte Hanfsamen zu kaufen als Müslizutat oder Hanfmehl, denn 100 g Hanfsamen decken schon allein die Hälfte des Proteinbedarfs eines durchschnittlichen Erwachsenen.

Hanf heilt – das lernen Sie im Hanfmuseum Berlin!

Der heilenden Wirkung von Hanf wird im Hanfmuseum Berlin viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Wirkung der Pflanze ist den Menschen seit Langem bekannt und wird im Rahmen religiöser Rituale oder zu medizinischen Zwecken genutzt. Dass aus Cannabis indica und Cannabis sativa eine Vielzahl von Arzneimitteln produziert wird, veranschaulicht eine Medikamentensammlung. Ein Plakat illustriert die Vielzahl pharmakologischer Effekte nicht-psychotroper Cannabinoide, die in Hanf enthalten sind. Seine schmerzhemmende Wirkung macht Cannabis zu einer natürlichen und nebenwirkungsarmen Alternative zu herkömmlichen, leber- und Nieren schädigenden Schmerzmitteln. In Kalifornien in den USA ist Hanf bereits als schmerzlinderndes und Stress reduzierendes Medikament zugelassen, so genanntes „Medical Mariuana. Sogar der direkte Konsum von Pflanzenteilen und deren Abgabe an Patienten sind unter bestimmten Bedingungen möglich. Es gibt also „Drogen auf Krankenschein“ nach dem Verständnis der Cannabis-Gegner. In Deutschland muss der stressgeplagte Patient, will er ohne schädliche Medikamente auskommen, wohl weiterhin auf bewährte Mittel wie ein entspannendes Bad oder einen ausgiebigen Spaziergang zurückgreifen, beispielsweise im Schöneberger Südgelände.
Mit einer Hechel wird der Hanf nach der Ernte gereinigt. Zu sehen im Hanfmuseum Berlin! – © ZOOM-Berlin.de

Das Hanfmuseum Berlin informiert über die aktuelle Rechtslage

Auch das ist im Hanf Museum Berlin zu finden: Jede Menge Informationen zur rechtlichen Situation von Cannabis-Anbau und -Konsum in Deutschland und im Ausland, historisch betrachtet und aktuell. Das beinahe weltweite Verbot von Hanf als Droge oder Genussmittel ist ebenso umstritten wie die Prohibition von Alkohol oder Glücksspiel. Das Hanf Museum thematisiert die Frage, warum das Glücksspiel in der Spielbank Berlin erlaubt und Alkohol überall käuflich zu erwerben ist, aber Hanf bis auf eine Grauzone für den persönlichen Gebrauch weiterhin verboten bleiben soll. Im Rest der Welt sieht es nicht viel besser aus für die Freunde des Cannabis-Konsums. Fast überall drohen Gefängnisstrafen, mancherorts sogar die Todesstrafe. Dennoch wird Hanf überall auf der Welt angebaut und konsumiert.

Aufgrund des starken Zigarettenrauch-Geruchs verzichteten wir auf einen Besuch des kleinen Cafés im Keller. Im Souvenir-Shop finden sich Bücher über den Marihuana-Anbau, Nahrungsmittel und Kleidung aus Hanf sowie Zubehör für den Hanfkonsum. Wer nicht alles genau durchlesen will, kommt mit einer Stunde Zeit für den Museumsbesuch aus.

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