Besuch im Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist eine jener Berliner Sehenswürdigkeiten, die nicht in jedem Reiseführer finden sind. Aktuell ist in den als offenes Depot gestalteten Räumlichkeiten neben der Dauerausstellung zur Design- und Alltagskultur des 20. Jahrhunderts eine Sonderausstellung zu sehen. Erfahren Sie mehr über das Museum und die aktuelle Ausstellung hier auf ZOOM-Berlin.de!
Im Werkbundarchiv – Museum der Dinge sind Gegenstände der Alltagskultur des 20. Jahrhunderts ausgestellt. – © ZOOM-Berlin.de

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist eine der weniger von Touristen bevölkerte Berliner Sehenswürdigkeiten, die ZOOM-Berlin.de für Sie besucht hat. Ähnlich wie das Hanfmuseum Berlin ist auch das Museum der Dinge ein kleines, aber sehenswertes Museum. Es wurde von dem Verein Werkbundarchiv e.V. ins Leben gerufen, der 1972 gegründet wurde. Das Werkbundarchiv ist ein Museum, das in Form eines offenen Depots Alltagsgegenstände aus dem 20. Jahrhundert ausstellt. Inspiriert durch den Werkbund, der 1907 gegründet worden war, um die Alltagskultur seiner Zeit zu dokumentieren, stellt das Museum der Dinge die historischen Gegenstände in einen modernen Kontext.

Was gibt es im Werkbundarchiv – Museum der Dinge zu sehen?

Seit 2007 ist im Werkbundarchiv – Museum der Dinge eine dauerhaft installierte Schausammlung zu sehen. Sie bildet nur einen Teil der umfangreichen Sammlung der Institution ab und setzt ihre thematischen Schwerpunkte auf das offene Depot im engeren Sinne sowie Schaukästen zur Produktkultur des vorigen Jahrhunderts und einzelnen Themenbereichen des Werkbunds. Die meisten Exponate sind Gebrauchsgegenstände aus allen Lebensbereichen, von Küchenutensilien über Kosmetikartikel bis hin zu Wohnungseinrichtungsgegenständen. Eine voll ausgestattete Frankfurter Küche ist begehbar eingerichtet und ermöglicht dem Besucher, das Lebensgefühl aus früheren Zeiten unmittelbar zu erfahren.

Nach einer Überarbeitung der Dauerausstellung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge im Jahr 2011 wurden den ausgestellten Dingen Erklärungen und Erläuterungen hinzugefügt, die beispielsweise auf Trends und Moden der Zeit hinweisen wie geschmackliche Entgleisungen, Kitsch oder erste Merchandising-Produktserien.

Nach einer Überarbeitung der Dauerausstellung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge im Jahr 2011 wurden den ausgestellten Dingen Erklärungen und Erläuterungen hinzugefügt, die beispielsweise auf Trends und Moden der Zeit hinweisen wie geschmackliche Entgleisungen, Kitsch oder erste Merchandising-Produktserien. Wie unterschiedlich sich die Produktkulturen in der BRD und der DDR vor dem Mauerfall entwickelten, wird ebenfalls in Schaukästen und Erklärungen thematisiert.

Ausstellung „Im Inneren der Apparate“ im Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Im Werkbundarchiv – Museum der Dinge sind in einer Sonderausstellung Hochhäuser in Miniatur zu bewundern! – © ZOOM-Berlin.de

Im Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist im November 2012 die Ausstellung „Im Inneren der Apparate“ zu sehen. Bei dieser Ausstellung handelt es sich  um eine räumlich begrenzte kleine Wertkschau. Solche Sonderausstellungen in einem einzigen Raum zu speziellen Themen zu präsentieren, zählt zu den Spezialitäten der kleineren Berliner Museen. Ein ähnliches Konzept verfolgt beispielsweise die Berlinische Galerie, die ebenfalls in dem lebendigen und krerativen Berliner Bezirk Kreuzberg beheimatet ist. Zu bewundern sind fantasievoll gedeutete und zu Kunstobjekten umgestaltete Gehäuse technischer Geräte. Selbst ist im hintersten Raum des Museums eingerichtet. Der Raum ist abgedunkelt. Auf einem u-förmigen Metallgestell mit vier Ebenen sind die Exponate platziert, die der Besucher von zwei Seiten betrachten kann. Vom Fernseher bis zum Handstaubsauger sind verschiedene technische Apparate bzw. deren Gehäuse äußerst kreativ zu Raumschiffen oder Wohnungen umgedeutet wurden.
Raumschiff im Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Ich war ein Handstaubsauger: Das kleine Raumschiff ist in der Sonderausstellung „Im Inneren der Apparate“ im Werkbundarchiv – Museum der Dinge zu sehen! – © ZOOM-Berlin.de

Mit viel Liebe hat Matias Bechtold, der Erschaffer dieser Kunstwerke, ganze Wohnungseinrichtungen samt Einrichtungsgegenständen und Menschen-Miniaturen in den Gerätegehäusen angebracht. Die in den Apparaten ursprünglich einmal eingebauten Leuchtdioden wurden kreativ weiter verwendet. Ihr Licht schien mir die einzige Raumbeleuchtung auf der Ausstellungsfläche zu sein. Die Dunkelheit der Umgebung verstärkte den Effekt der Beleuchtung aus dem Inneren der Exponate heraus.

Fazit: Eine sehenswerte kleine Ausstellung in einer Berliner Sehenswürdigkeit, die mit einfachen Mitteln das Lebensgefühl unserer jüngsten Vergangenheit vermittelt. Wer jedoch das Museum der Dinge schon kennt, wird beim Besuch der Sonderausstellung nur in einem einzigen Raum Neues zu sehen bekommen. In maximal einer halben Stunde hat man die Schau „Im Inneren der Apparate“ gesehen. Für das Werkbundarchiv – Museum der Dinge sollte der Besucher je nach Interessenlage ein bis zwei Stunden Zeit mitbringen.

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